Erfahrungsbericht vom Studium WI- Elektrotechnik an der FH Kaiserslautern
28. Oktober 2006Erfahrungsbericht von Jan aus Kaiserlautern:
Gesamteindruck der Schule: sehr gut
Lehrniveau: sehr hoch
Qualität der Lehrkräfte: ziemlich kompetent, meist interessant
Betreuung durch Lehrstühle: immer verfügbar und hilfsbereit
Pro: sehr gute Betreuung, neue Gebäude, moderne Ausstattung, günstige Lebenshaltungskosten
Kontra: Stadt Kaiserslautern, wenig Freizeit (im Vergleich zu anderen Studiengängen)
Empfehlenswert? ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Ich studiere jetzt im zweiten Semester Wirtschaftsingenieur mit Fachrichtung Elektrotechnik an der Universität Kaiserslautern und bin bisher mit dem Studium absolut zufrieden. Die Universität ist noch ziemlich jung (30 Jahre) und das Gebäude der Wirtschaftsingenieure wurde Anfang der 90er Jahre neu gebaut und ist technisch und optisch auf dem neuesten Stand. Zudem liegt es zentral auf dem Campus (direkt gegenüber der (ziemlich guten) Mensa).
Da die UNI mit knapp 9000 Studierenden eine eher kleine ist, ist das Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrkräften als sehr gut zu bezeichnen: die meisten Professoren haben keine festen Sprechzeiten, sondern man kann einfach so vorbeikommen und Fragen stellen. Es gibt keine überquellenden Hörsäle und die Vorlesungen sind so gelegt, dass es keinerlei zeitlichen Überschneidungen zwischen Pflichtvorlesungen gibt. Da die UNI KL eine Campusuni ist, sind auch die Wege zwischen den einzelnen Gebäuden kurz. Auch die Wohnungssituation in Kaiserslautern ist hervorragend: man kommt sofort zu sehr günstigen Mieten an eine passende Wohnung und auch die Wohnheimplätze (alle mit Internet-Standleitung) sind bei frühzeitiger Bewerbung gut zu erlangen.
Wirtschaftsingenieur kann man in Kaiserslautern in fünf Vertiefungsrichtungen studieren: Maschinenbau, Informatik, Elektrotechnik, Verfahrens- und Umwelttechnik und Chemie. Im Grundstudium machen sowohl der wirtschaftswissentschaftliche Teil als auch der ingenieurwissentschaftliche Teil jeweils ca. 50% der Vorlesungen aus. Dabei wird in Kaiserslautern besonders Wert auf die Mathematik gelegt (=> Mathe LK wird empfohlen). Im Hauptstudium kann man sich dann, je nach Geschmack, mehr in den WIWI -Teil oder in den ingenieurwissentschaftlichen Teil vertiefen.
Wer vor Studienbeginn noch Schwierigkeiten mit der Mathematik hat, kann im Oktober vor Vorlesungsbeginn einen zweiwöchigen Mathecrashkurs besuchen, in dem die Oberstufenmathematik nocheinmal (sehr gut) wiederholt wird (der Kurs lohnt sich zudem, um seine zukünftigen Mitkommilitonen kennenzulernen). Vorraussetzung für das Vordiplom sind 13 Wochen technisches Praktikum (nach Möglichkeit schon vor Studiumbeginn machen). Bis zum Hauptdiplom kommen weitere 13 Wochen betriebswirtschaftliche Praktika hinzu. Die Chancen ein Auslandssemester oder Praktikum einzulegen stehen sehr gut, da es viele Organisationen und Lehrstühle mit umfangreichen Kontakten zu ausländischen Universitäten (weltweit) gibt.
Das Studium selber ist dank wöchentlich abzugebenden Übungen in Mathematik und Elektrotechnik und vielen Klausuren nicht gerade einfach. Auch sollte man sich nicht auf viel Freizeit in der vorlesungsfreien Zeit freuen, da dort hauptsächlich die Klausuren geschrieben werden.
Insgesamt kann ich aber sagen, dass man hier den Eindruck hat sehr gut auf sein zukünftiges Berufsleben vorbereitet zu werden (auch deshalb, weil die Universität einen sehr engen Kontakt zur Wirtschaft sucht).
Einen Nachteil sollte ich aber noch aufführen: die Stadt Kaiserslautern ist (noch) keine echte Studentenstadt. Es gibt zwar sehr viele, schöne Kneipen, aber da am Wochende sehr viele Studenten nach Hause fahren, ist in der Stadt nicht allzuviel los. Dafür gibt es fast jeden Mi oder Do an der Uni oder an der FH eine (meistens sehr gute) Party.

