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Universität versus Hochschule: Alles Wissenswerte zu den Unterschieden zwischen beiden Institutionen im Überblick

Gehörst du zu denjenigen, die ein Studium aufnehmen möchten, bist dir allerdings nicht sicher, ob du an einer Hochschule oder Universität studieren solltest? In Deutschland gibt es etwa 100 Universitäten und 200 Hochschulen. Im Folgenden erfährst du, welche Unterschiede zwischen beiden Institutionen bestehen und erhältst zugleich Anhaltspunkte, ob für dich persönlich das Studium an einer Hochschule oder einer Universität geeigneter ist.

Fakt ist, die in den 1970er Jahren etablierte Differenzierung zwischen Hochschule und Universität verwischt immer mehr – dies spätestens, seit die Bologna-Reform im Jahr 2002 in Kraft getreten ist. Damals wurde begonnen, die bereits im Jahr 1999 von den Bildungsministern aller EU-Länder in der italienischen Stadt Bologna beschlossene EU-weite Vereinheitlichung der Studiengänge, sukzessive umzusetzen.

Dennoch unterscheiden sich Universitäten und Hochschulen in Bezug auf spezifische Aspekte wie die Zulassungsvoraussetzungen, das Studienangebot, die Studiendauer sowie den Unterrichtsstil und die weiterführenden Karrieremöglichkeiten.


Wichtige Fakten im Überblick:

  • Das Studium an Hochschulen ist praxisorientierter als das an Universitäten
  • Für ein Studium an einer Hochschule benötigst du die Fachhochschulreife, für ein Studium an einer Universität benötigst du das Abitur
  • Das Studienangebot differiert; nicht alle Fächer können an Hochschulen absolviert werden
  • Das Studium an einer Universität dauert in der Regel zwischen einem und zwei Semestern länger
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Universität & Hochschule: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Obschon in diesem Artikel die Unterschiede zwischen Universitäten und Hochschulen im Fokus stehen, ist auch darauf hinzuweisen, dass beide Institutionen große Gemeinsamkeiten aufweisen. So handelt es sich bei einer Universität ebenso wie bei einer Hochschule erst einmal um eine Bildungseinrichtung. Lernende an Universitäten und Hochschulen werden durch ein Studium aus- oder weitergebildet.

Allerdings gibt es auch zahlreiche Unterschiede, so zum Beispiel die differenten Zugangsvoraussetzungen: Möchtest du an einer Universität studieren, musst du die Allgemeine Hochschulreife, sprich das Abitur vorweisen. Hast du dagegen vor, dich an einer Hochschule einzuschreiben, benötigst du die sogenannte Fachhochschulreife, die du auf verschiedene Art erwerben und nachweisen kannst. Auch die weiterführenden Karrieremöglichkeiten sind unterschiedlich, denn obschon du mit einem Abschluss an einer Hochschule die Möglichkeit hast, zu promovieren, besitzen Hochschulen im Gegensatz zu Universitäten nicht über ein eigenes Promotionsrecht.

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Spezifische Merkmale von Universitäten

Bei Universitäten handelt es sich um die höchsten Bildungseinrichtungen in Deutschland. Aus diesem Grund sind Universitäten für viele Studieninteressierte das Nonplusultra. Hinzu kommt, dass der Lehrbereich von Universitäten in der Regel breiter gefächert ist als derjenige von Hochschulen, so dass alle Fachbereiche und Wissenschaften abgedeckt werden. An einer Universität kannst du deshalb zwischen vielen verschiedenen Fachbereichen wählen. Zu diesen zählen zum Beispiel die folgenden:

  • Rechtswissenschaften
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Sprachwissenschaften & Kulturwissenschaften
  • Gesellschaftswissenschaften & Sozialwissenschaften
  • Medizin & Gesundheitswesen
  • Ingenieurswesen
  • Mathematik & Naturwissenschaften

Entsprechend gibt es eine Vielzahl von Studiengängen, die du nur an Universitäten, nicht aber an Hochschulen studieren kannst. Zu diesen gehören neben Rechtswissenschaften, Pharmazie und Medizin auch weitere Studiengänge, die mit einem Staatsexamen abschließen wie Lehramt, aber auch viele Geisteswissenschaften, insbesondere Kultur- und Sprachwissenschaften. Universitäten zeichnen sich – wie bereits erwähnt – zudem dadurch aus, dass sie über ein Promotionsrecht verfügen.


Spezifische Merkmale von Hochschulen

Bei einer Hochschule handelt es sich eigentlich um eine Fachhochschule für praxisorientierte Studiengänge. Hochschulen fokussieren entsprechend auf die angewandte Forschung. Schaust du dir die englische Bezeichnung für den Begriff „Hochschule“ einmal genauer an, wird das Gesagte rasch deutlich, denn eine Hochschule wird in Englisch „University of Applied Science“ genannt. Obschon das Studienangebot dem von Universitäten ähnelt, hat es einen geringeren Umfang, wobei auf die Bereiche Ingenieurwesen, Wirtschaft, Informatik sowie angewandte Naturwissenschaften, Soziale Arbeit und Pflege sowie Medien und Design fokussiert wird.
Charakteristisch für ein Studium an einer Hochschule bzw. Fachhochschule sind der Anwendungsbezug und die Praxisorientierung. Im Gegensatz zu Studien an Universitäten sind die Studienpläne stark strukturiert. Zudem absolvierst du als Studierender an einer Hochschule im Allgemeinen ein Praxissemester, um den Arbeitsalltag schon ein wenig kennenzulernen.
Typisch für Hochschulen ist zudem, dass im jeweiligen Namen der Institution der Fachbereich, auf den die Hochschule spezialisiert ist, mitgenannt wird, so zum Beispiel „Hochschule für Wirtschaft und Technik“.

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Fazit: Hochschule oder Universität – welche Bildungseinrichtung ist die richtige Wahl?

Das Studium an einer Universität ist nicht grundsätzlich besser als das an einer Hochschule. In deine Entscheidung solltest du deine persönlichen Präferenzen, deine Ausgangsvoraussetzungen und deine Karriereziele ebenso miteinbeziehen wie das Studienangebot der jeweiligen Institution.
Du solltest dir vor deiner Entscheidung für eine Universität oder Hochschule unter anderem die folgenden Fragen stellen: Wo wird dein Wunschstudienfach angeboten? Arbeitest du lieber theoretisch oder praxisorientiert? Gehört Selbstorganisation zu deinen Stärken oder bevorzugst du eher einen durchgeplanten Studienalltag mit klarer Struktur? Beantwortest du diese Fragen vorrangig mit der jeweils erstgenannten Option, dann ist für dich vermutlich das Studium an einer Universität empfehlenswerter und vice versa.